Independence of the Seas  27.05. - 03.06.2017 

Frankreich & Spanien

 

27.05.2017 Southampton - England

Am Anfang, wie immer, problemlose​ Fahrt zum Flughafen München, trotz dieser unchristlichen Zeit. Sogar der Schalter war schon um kurz nach 5 Uhr geöffnet. Leider macht die Sicherheitskontrolle erst um 6 Uhr auf, also erstes Warten an diesem Tag. Durch den unterschwelligen Ton, kann man schon vermuten, dass da noch mehr kommt. Leider war dem auch so. Kaum an Bord, dauerte es nochmals etwa 20 Minuten bis wir endlich losrollten. Diese verlorene Zeit holten wir wieder auf, aber es nutzte nichts, wir würden in London Heathrow nicht runtergelassen, so flogen wir Schleife um Schleife über London. Nach dem das London Eye zum vierten Mal an uns vorbei ist, hab ich aufgehört zu zählen.

Irgendwann ging es dann schnell, und wir waren unten, leichter Nieselregen empfing uns, aber das störte uns nicht, wir mussten ja auf die Koffer warten, bzw. erstmal auf die Anzeige, auf welchem Kofferband sie irgendwann Mal erscheinen.

Alle Koffer da, ist man ja um das schon froh, dann nix wie raus, da wartete man schon auf uns, es geht also auch andersrum.

Sofort aber die Ernüchterung, wir müssten noch auf 4 Personen warten, dann geht's los. Eine Viertelstunde später, die Meldung, der Bus steht im Stau, zwischen den Terminals, aber er kommt gleich. Komisch, kein Wort mehr von den fehlenden Mitreisenden, ist dies der hochgelobte britische Humor?

Endlich war der Bus aber da, wir und noch einige andere stiegen ein, und wir fuhren tatsächlich los.

In etwas mehr als einer Stunde sollten wir in Southampton ankommen. Was sag ich, auch hier liess uns der Wartegott nicht im Stich.

Es war meist zähflüssiger Verkehr, wir sind aber auch öfters gestanden, als uns lieb gewesen wäre. Nachdem der Busfahrer im Hafen auch noch falsch abgebogen ist, standen wir endlich und erleichtert vor der Independence of the Seas.

Von nun an ging es ganz schnell. Mehr oder weniger auf der Überholspur, vorbei an all den anderen Wartenden, holten wir unsere Sea-Pass Karten​ ab und betraten zum ersten Male dieses Schiff. Wieder um einiges grösser, als zuletzt die Vision of the Seas. Rauf zur Kabine auf Deck 9, obwohl es schon nach 13 Uhr war, sind die Türen zu den Gängen noch verschlossen. Noch einmal 10 Minuten investiert, dann hatte die Warterei endlich ein Ende.

Unsere Kabine, wieder eine Juniorsuite, bot Platz ohne Ende, genauso wie Stauraum en Masse. Was mir bei den kleinen Suiten immer zu kurz kommt, ist das Badezimmer. Dies ist nur minimal etwas grösser, als bei den normalen Balkonkabinen. Gut es hat eine Badewanne, aber die hat für uns keinen Reiz.

Vor der Rettungsübung (dem Muster-Drill) noch einen kleinen Imbiss im Windjammer eingenommen, unser Lieblingsrestaurant ist gut gelegen und gut aufgeteilt. Da natürlich die meisten auch diese Idee hatten, war es sehr gut besucht.

Abends allerdings, wurde uns klar, dass es, vor allem bei Sonnenuntergang keine bessere Location gibt, um sein Abendessen nach eigenen Wünschen einzunehmen.

Damit war der Tag schon fast gelaufen, OK ein Kaffee im Café Promenade geht immer, aber sonst wären wir für irgendeine Unternehmung einfach zu müde gewesen.

Vorbereitungen für den nächsten Tag mussten auch noch getroffen werden.

 

 

28.05.2017 Le Havre - Frankreich

Gut erholt und fast ausgeschlafen, wurden wir noch vor unserer programmierten Weckzeit wach.

Kurzes Frühstück, aber ausreichend um den Tag zu überstehen. Unseren Treffpunkt für den ersten Ausflug, das Alhambra Theater, steuerten wir danach zielsicher an. War auch leicht, dies ist ja auch im vorderen Teil des Schiffes, nur 6 Decks tiefer. Zuvor aber noch Fotos von unserem Balkon geschossen, vom gegenüber liegenden Hafen, denn es war schon fast Ebbe. Der Captain erklärte uns noch, dass hier die Tide fast 8 Meter sind.

Dies bedeutete für uns, am Morgen aussteigen auf Deck 4, und ich kann es vorwegnehmen, mittags sind wir bei Deck 1 wieder eingestiegen.

Vorher aber unser Ausflug "Honfleur on your Own", kurz gesagt, mit dem Bus nach Honfleur, dort etwas rumlaufen und wieder zurück. Hört sich einfach an, aber manch einer denkt sich, das kann man doch auch alleine.

Sicher kann man dies, aber wenn jemand wie wir, der englischen Sprache nicht so mächtig sind, und französisch ausser Merci und Pardon überhaupt nichts​ verstehen, so muss man in den bitteren Apfel beissen, und einen geführten Ausflug mitmachen.

Gut dieser war jetzt nur teilweise geführt, aber so konnten wir uns die Zeit selbst einteilen, und wurden nicht überall mitgeschleppt, mit einem Reiseführer in Englisch, wo wir eventuell auch nur die Hälfte verstehen.

Honfleur hat sich gelohnt, auch an diesem Sonntag, viele kleine Geschäfte hatten geöffnet, und das Örtchen füllte sich zusehends. Zwei weitere Kreuzfahrtschiffe lieferten den nötigen Nachschub.

Mittags wurde es zunehmend wärmer, aber um 12.10 Uhr war der Treffpunkt an unserem Bus für die Heimreise.

Wieder über die grosse Brücke, dem Pont de Normandie. Jetzt waren schon mehr Autos und Wohnmobile an der Mautstelle, aber flott ging es Richtung Le Havre zurück zur Independence of the Seas.

Heute Abend Formal Night, Schaulaufen der Eitelkeiten und solche die es noch werden wollen. Da etwa über 90% Briten an Bord sind, gefühlt sogar mehr, wurden einige Kleidungsstücke entmottet und hier vorgeführt. Besonders die Damen und ihre Schuhe, oder solche die man eigentlich nur mit Waffenschein bekommt, sind oft ein Hingucker.

Apropos Briten, hier fällt bisher keiner Negativ auf, die meisten zuvorkommend und höflich. Bei der Bollywood-Fraktion dagegen ist dies schon anders. Mag sein, da unsere nächsten vier Nachbarn, alle zusammengehörig, sich zwar in ihren vier Juniorsuiten einigermassen ruhig verhalten, aber im Restaurant belagern sie mehrere Tische. Die 8 Kinder mindestens zwei, und die Eltern sitzen oder wechseln immer zwischen zwei und drei Extratischen. Das Personal ist hoch erfreut - wenn die Horde abzieht. Es wird jedes Mal ein Schlachtfeld hinterlassen. Von einer korrekten Kleidung, die meisten im Sportdress, als wären sie gerade vom Fitnessstudio gekommen, kann hier auch nicht die Rede sein.

Das Café Promenade bot die richtige Abwechslung. Pünktlich um 21 Uhr verliessen wir Le Havre, und eine weitere kurze Fahrt nach Cherbourg lag vor uns.

 

 

29.05.2017 Cherbourg - Frankreich

Das Gewitter in der Nacht war nicht so schlimm, aber der Nebel in der Früh, zwang vermutlich den Captain, alle paar Minuten das Nebelhorn zu ertönen lassen. Ich kenne die Seerechtlichen Bestimmungen nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass dies Pflicht ist, wenn man in Küstennähe unterwegs ist. Es war auch eine gewaltige Suppe draussen. Leider war es da erst 6 Uhr, so dämmerten wir im Halbschlaf dahin, bis das Typhon ganz verstummte.

Angekommen in Cherbourg fing es auch an zu Nieseln, mit dem kostenlosen Shuttlebus fuhren wir trotzdem in die Stadt. Ein Busbegleiter vermeldete noch, dass das Wetter am Nachmittag auch nicht besser sein wird, und es hier eine Schirmfabrik gibt. Auch die Franzosen haben einen gewissen Charme.

Nur kurz in einer Einkaufs-Mall rumgeschlendert und gleich wieder zurück aufs​ Schiff.

Der Nieselregen ist noch stärker geworden, und eine Nebelwand zog vom Meer her landeinwärts.

Nach mehreren besuchten Schiffen der Flotte, sucht man in jedem das Besondere. Hier sind die kleinen Dinge die einen Aufenthalt an Bord viel angenehmer machen.

 

Eine kurze Fototour über das Deck gemacht, dann wurde es doch zu nass und zu frisch.

Um den Homo Britannicus zu studieren, zogen wir uns ins Café Promenade zurück. Dieses Café gleicht einem Hotspot, hier wird die grösstmögliche Menschenmenge durchgeschleust. Bei vielen sind die Augen grösser als ihr Magen. Hier wird gerne und oft viel zu viel auf den Teller aufgeladen, was nicht verzehrt wird. Der Rest geht zurück und muss teuer entsorgt werden.

Dies kennt man eigentlich nur von All-Inclusive Hotels aus der Türkei. Wie lange hier diese leckeren Sandwiches noch kostenlos sind ist vermutlich nur eine Frage der Zeit.

Bei der Ausfahrt von Cherbourg, wieder dieser Nieselregen, und Fahrt in den Nebel hinein. Dieser löste sich aber sehr schnell auf, der Himmel liess wieder etwas Blaues hervorblitzen, das machte Hoffnung auf den morgigen Seetag.

Abendessen im Windjammer, mit bester Aussicht, sogar eine Dreimastbark zog vorbei. Noch ist die See ruhig, aber wir sind auch um das Cap de la Hague noch nicht rum.

Um den Abend zu vervollständigen, noch eine kleine Pause im Café Promenade. Hier zogen, wie gestern auch schon, die lieben Kleinen vorbei, mit den Betreuern des Kids Club. Die geben sich grosse Mühe, diese Multimedia-Generation anderweitig zu beschäftigen.

Leider haben sich unsere Nachbarn noch etwas gesteigert, vor allem in der Lautstärke. Die Suiten sind ihnen vermutlich zu klein, so haben sie das Ganze auch in die Gänge getragen. Ab halb 4 war es dann ruhig.

 

 

30.05.2017 Seetag

Seetage sind meistens Stresstage, denn das Programm wo hier angeboten wird, jagt einen von einer Location zur nächsten. Da muss man Prioritäten setzen, überall kann man nicht teilnehmen.

So ein Pflichttermin war das Meet & Mingle, das in der Pyramid Lounge stattfand. Bei der Verlosung auch noch gewonnen. Der Tag scheint vielversprechend zu sein.

Am Abend dann zweiter Pflichttermin, der Captain stellte die Offiziere vor. Gleichzeitig nannte er auch noch einige Eckdaten, was die Passagiere betrifft. Knapp über 2800 waren an Bord, davon 11 Deutsche. Einen haben wir bereits beim Meet & Mingle getroffen, fehlen nur noch 8. Der grösste Teil natürlich aus Grossbritannien. Zweite Nation die US-Amerikaner, mit 117 Gästen.

Zwei, ein Paar, lernte ich nach dem Abendessen kennen, als er mich bat die beiden zu fotografieren. So was macht man natürlich gerne. Als ich ihnen vorschlug, auf die andere Seite des Schiffes zu gehen, da man dort den beginnenden Sonnenuntergang sieht, wechselten wir die Seite. Die Fotos fand der Mann so toll, dass er mich spontan umarmte und sich sehr bedankte. No Problem, hab ich gesagt, und ging, mit dem Gefühl, wieder eine gute Tat getan zu haben von dannen.

Wieder auf der Kabine, nochmals nach Delphinen​ Ausschau gehalten, und wieder  wurden wir nicht enttäuscht.

Sehr ruhig war es in den Nachbarkabinen, anscheinend haben sich mehrere darüber noch in der Nacht beschwert, so dass die Security angerückt ist. Zumindest hat uns dies eine aus der Nachbarschaft auf dem Gang erzählt.

Was hier abgegangen ist, geht einfach nicht. Die Eltern gehen in die Bar's und die Kinder machen High-Life, und alle anderen sollten drunter leiden. Hoffentlich bleibt’s so.

Ebenso ruhig war das Meer, fast wie ein Spiegel. Für Bilbao wurde schönes Wetter vorausgesagt.

 

 

31.05.2017 Bilbao - Spanien

Früh, fast zu früh gingen wir zum Frühstück, es war noch nicht viel los. Unser Ausflugsprogramm für heute, stand fest. Die passende Kleidung noch rausgesucht und ab in das Alhambra Theater, dem Meeting-Point.

Raus durch den relativ neuen Terminal zu unserem Bus. Dieser war nur halbvoll, macht auch nichts, so bleibt die Gruppe überschaubar.

Durch Bilbao, unser erster Stopp war nach Mirador Merendero an einem Aussichtspunkt, wo laut Reiseführerin auch für Game of Thrones gedreht wurde. Weiter durch die grüne Landschaft, nach Bermeo. Hier eine Stunde Freizeit, oder mit unserer Reiseführerin, die sehr viel uns über das Baskenland versuchte zu vermitteln, einen kleinen​ Stadtrundgang mit weiteren Informationen teilzunehmen. Wir entschieden uns für die Reiseführerin, und gingen mit ihr mit.

 

 

 

 

Am vereinbarten Treffpunkt waren wieder alle pünktlich da. Weiter nach Urdabai, aber hier sind wir nur durchgefahren, und mit den nötigen Infos versorgt worden. In Guernika wieder ein längerer Stopp, und wieder die Auswahl, zwischen Freizeit oder Einheimisches Hintergrundwissen. Wieder ging uns das Wissen vor. Also Abmarsch zu verschiedenen Plätzen und einem Park, den Wilhelm von Humboldt angelegt haben soll. Noch einen Abstecher zur Eiche von Guernika gemacht, dem Nationalsymbol der Basken, schon ging es gemütlich zum Bus zurück, denn die Temperaturen sind deutlich angestiegen, und obwohl ein leichter Wind bläst, ist es ganz schön warm.

Kurz durchgezählt, alle da, dann wurde die Rückfahrt angetreten. Fünf Stunden hat dieser Ausflug gedauert, ein zweites Mal braucht man ihn nicht machen.

Der Shuttlebus nach Bilbao hätte 10,- EUR gekostet, angesichts der Tatsache, dass ausser uns noch die Britannia und die Seven Seas Explorer im Hafen lagen, ist es vermutlich ziemlich voll geworden in Bilbao.

 

Zurück auf dem Schiff, oder viel mehr kurz davor, kamen wir ins Stocken. Es wurde jemand auf der Trage runter befördert. Vielleicht ein Sonnenstich, denn das Pooldeck war sehr voll, aber einige Plätze wären​ schon noch frei gewesen.

Da wir nicht zu den Sonnenanbetern gehören, und auch vom Ausflug etwas fussmüde waren, genehmigten wir uns im Johnny Rockets einen Milchshake. Durch eingecremte und vor sich hin wabernde Körper rauf zum Flowrider. Diesmal waren keine Cracks vertreten, aber einige gute Surfer.

Das die Briten bei Sonnenbrand relativ schmerzfrei sind, war hier gut zu beobachten, unglaublich was die Haut alles aushält.

 

 

 

 

Nach dem Abendessen und dem obligatorischen Besuch des Café Promenade, sind wir auf der Suche nach einer guten Foto Position auf das Deck 5 gekommen. Der Heliport bot viele Möglichkeiten. Ganz wolkenfrei ist es zwar nicht, aber wir hoffen auf die nächsten Tage.

 

 

01.06.2017 Gijón - Spanien

Noch früher als sonst, wurden wir zu unserem Meeting-Point beordert. Diesmal war der Bus voll. Zuerst führte uns die Fahrt nach Luanco, laut Reiseführerin ein bezauberndes Städtchen. Unterwegs fing es zu Nieseln an, das trübte die Stimmung noch mehr als das Wetter sowieso schon war.

Angekommen am Busbahnhof und ausgestattet mit Headsets trotteten wir hinterher. Ein längerer Fussmarsch durch eine Stadt, die fast Menschenleer wirkte​, da hier eigentlich nur im Sommer die Besitzer der Ferienwohnungen​ anwesend sind. Endlich am leeren Strand, und weiter zu der Kirche Iglesia de Santa María, leider konnten wir diese nicht betreten, da die Kommunionkinder sie sauber machten. Die angesagte freie Zeit, hat sich erledigt, in 15 Minuten mussten wir beim Bus sein, also Abmarsch dorthin. War egal, da sowieso kein Laden offen hatte. Was jetzt folgte, hätte ich nie für möglich gehalten. Unsere Reiseführerin musste unterwegs zweimal die Einheimischen​ fragen, wo der Weg zum Busbahnhof ist... Kein Kommentar dazu!

Mir war die ganze Sache am Anfang schon etwas komisch vorgekommen, als Sie sich das Mikrofon ihres Headsets ins Ohr steckte.

Luanco ein Ort also zum vergessen.

Weiter nach Avilés, die Stadt ist deutlich grösser und lebhafter, allerdings sind hier die Stahlindustrie und Kohlekraftwerke beheimatet. Ähnlich wie im Ruhrgebiet in den 60er Jahren. Dementsprechend schmutziger ist das Stadtbild. Am Parque del Muelle wurden wir aus dem Bus gelassen, der Weg führte uns über den Markt El Mercado de Avilés zum Plaza de España. Hier endlich die versprochene freie Zeit, eine Stunde wurde uns zugestanden. Headset raus aus dem Ohr, und los, nur weg von der Gruppe. Die Fussgängerzone entsprach auch keinem Schönheitsideal, aber einige nette Geschäfte mit günstigen Preisen, haben uns doch noch den einen oder anderen Euro entlockt. Wenigstens waren wieder alle pünktlich am Treffpunkt, so konnten wir zurück zum Bus spazieren. Die Rückfahrt enthielt keinerlei Informationen für uns, da Ihr Mikrofon ständig kreischte, da hat sie es aufgegeben.

Avilés also nett, aber dafür muss man keinen Ausflug machen.

Auch Gijón ist nicht viel besser. Unser Liegeplatz ist so weit draussen, das nicht einmal die Graffiti-Sprayer dorthin kommen. Der Shuttlebus hätte wieder 10,- EUR gekostet. Zu Fuss ist es hier nicht möglich, die Stadt zu erreichen. Der Weg führt durch mehrere Kohlehalden und Industriegebiete vorbei. Gut dass wir um 17 Uhr schon ablegen.

Wieder an Bord, mussten wir das Defizit an Erfolgserlebnissen unbedingt ausgleichen. Also nix wie rauf zu Johnny Rocket, endlich einen Burger verspeisen. Vor der Tür angekommen, haben wir schon gesehen, drin wird gerade getanzt zu heisser Rock ‘n Roll Musik. Nicht lange überlegt, rein in die Bude und mitgemacht. Spontaner Applaus war uns nun sicher. Ein freier Platz auch. Neben verschiedenen Starters wählten wir die Burger aus. Schon die Vorspeise ist enorm, bei den Burgern ist es Geschmackssache, meiner war aber extrem lecker und sehr viel Fleisch.

Jetzt fing der Tag erst richtig an. Mit einem Verdauungskaffee im Café Promenade verstrich die Zeit wie im Fluge. Kurz auf die Kabine zurückgezogen, wollten den Balkon geniessen, aber unsere Nachbarn, die Bollys hatten wohl was dagegen. Zumindest gaben sich ihre Sprösslinge​ alle Mühe uns zu vertreiben, was aber nicht gelang.

 

 

 

 

Geht man morgens an den Kabinen vorbei, und steht zufällig eine offen, denkt man, hier muss der Blitz eingeschlagen haben. Am besten, diese vier Kabinen werden neu renoviert (soll 2018 ja der Fall sein), denn so wie hier mit dem Mobiliar umgegangen wird, ist es den nachfolgenden Gästen nicht zuzumuten.

Kurz vor dem Abendessen noch beim Loyalty Ambassador gewesen, der hat uns gleich den Pin für das Erreichen des nächsten Crown&Anchor Status überreicht.

Auf der Royal Promenade wurde ein Tortenbuffet aufgebaut, wir haben nachgezählt, es waren 29 Torten, eine ist beim Platzieren umgekippt, und wurde entfernt.

Leider wurde dieses Buffet erst um 22 Uhr freigegeben, das war für uns schon zu spät. Pappsatt vom Hummer und den Garnelen, haben wir keinen Platz mehr gefunden, wo wir auch nur ein Tortenstück untergebracht hätten.

Auf dem Balkon, es war ja jetzt wieder ruhig, schauten wir uns den Sonnenuntergang an, ein bisschen vermischt mit Wolken, aber auch Delfine gehörten zu dem Schauspiel. Es war ja der vorletzte unserer Reise.

 

02.06.2017 Seetag

Endlich ausschlafen, aber das trübe Wetter hätte ein früheres Verlassen des Bettes nicht gerechtfertigt. Etwas Seegang kam auch noch dazu.

Immerhin waren wir schon kurz vor dem Nordwestlichen Ende von Frankreich.

Da musste die Stimmung mit ein paar kleineren​ Shoppingeskapaden gehoben werden. Kaum wieder alles im Lot, drängte​ sich ein Kaffee im Café Promenade direkt auf. Die Temperatur fiel weiterhin, und macht, zumindest für uns, jede Aussenaktivität zunichte.

So gesellten wir uns zu einer munteren Schar, die im On Air einer Kunstauktion beiwohnten. Solch eine Aktivität kannten wir schon von unseren AIDA-Reisen, nahmen selbst an der ein oder anderen aktiv Teil.

Hier allerdings, gab es vorab schon ein Hochglanz-Prospekt, wo alle Bilder verzeichnet waren. Wir sind keine Kunstkenner oder Sammler, aber was hier ablief, liess uns doch manchmal tief durchatmen. Waren bei AIDA Preise bis 5000 EUR noch die extreme Seltenheit, so wurden​ hier Bilder für über 20.000 USD versteigert. Sogar bei der Verlosung gewann eine überglückliche Dame ein Bild im Wert von 11.000 USD. Da ist man einfach sprachlos. Auch ein sogenanntes Blind-Date mit 7 Bildern fand seinen neuen Besitzer.

Um 17 Uhr wurden wir​ zum Top-Tier-Event geladen, an dem nur Vielfahrer ab Platinum teilnehmen dürfen. Nach einigen musikalischen Darbietungen erläutert der Loyalty Ambassador dass etwa 800 für diesen Event eingeladen waren. Darunter sind 11 Pinnacle Club Member, eine Dame, mit über 1400 Points, war die Spitzenreiterin.

Im Anschluss zurück zur Kabine, und unsere Flugunterlagen geholt. Jetzt ist ein einchecken für den Rückflug schon möglich. Also in den RC-Online Raum und am PC angemeldet. Ohne Probleme lief das Einchecken ab, und wir konnten uns die Bordkarten ausdrucken.

Über die Kabine zum letzten Abendessen, es gab erneut Hummer, aber in anderer Form. Anhand der Karkassen die die Kellner wegtrugen, meint man fast, hier wurde eine ganze Hummerfarm vernichtet. Ich selbst muss ihn nicht unbedingt haben, aber es war genügend anderes Meeresgetier vorhanden. Sogar Zwei Sorten Kaviar. Natürlich gab es auch "normales" Essen, aber der Hummer war bei den meisten der Favorit.

Jetzt noch Kofferpacken und auf eine ruhige Nacht hoffen.

 

03.06.2017 Southampton - England

Die Nacht ist ruhig geblieben, aber das frühe Aufstehen, hat irgendwie einen Urlaubsende-Charakter. Kurzes Frühstück eingenommen, dann heisst es Abschied nehmen von unserer Suite. Um 7 Uhr wurden wir eingeteilt, also sind wir kurz davor im Alhambra Theater, dem Meeting-Point. Da wir und 14 andere zum Transfer nach Heathrow auch noch einen Ausflug nach Windsor-Castle gebucht haben, war die Gruppe schnell zusammengestellt. Miteinander gingen wir von Bord. Die Koffer schnell gefunden, und der Busfahrerin mit der Angabe der Terminalnummer übergeben.

Zufällig hatten wir den gleichen Reiseleiter, wie 3 Jahre zuvor, als wir mit der Oasis of the Seas hier Station machten, ein sehr netter Mensch, der Tag beginnt also schon Mal gut.

Der Verkehr nach Windsor hielt sich in Grenzen, deshalb kamen wir gut voran. An Ascot vorbei, sind wir kurz nach 9 Uhr am Busparkplatz von Windsor-Castle. Rauf zum Bahnhof, der viele Geschäfte und Restaurants enthielt, weiter zum Eingangsbereich. Dort standen schon einige Gruppen, brav stellten wir uns in die Reihe. Da die Flagge oben war, ist die Queen selbst auch anwesend, gesehen haben wir Sie nicht. Halb 10 wurde die Pforte geöffnet, wieder warten. Hier wurde jede Gruppe einzeln sortiert, und zur Sicherheitskontrolle geleitet. Wie am Flughafen, alles aufs Band, dann raus und zum Edward III Tower, dem Eingang. Mit dem passenden Bändchen, dass man die Kontrolle durchlaufen hat, führte uns der Reiseleiter in den Innenhof zum Middle Ward und weiter zur St.George´s  Chapel. Danach freie Zeit zum selber erkunden, des riesigen Territoriums. Kurz vor 11 ging es runter zur Wachablösung. Wir haben trotz der vielen neugierigen einen guten Platz ergattert. Was hier zelebriert wurde, ist kein einfaches Prozedere, aber es ist auch keine blosse Touristenattraktion, sondern dies wird von den Soldaten gelebt.

Durch das Tor Henry VIII wieder raus nach Windsor, und zurück zum Bus, über den Bahnhof. Dass nun mehr als die 20fache Menge an Touristen vorhanden war, als am Morgen, machte die Sache nicht einfacher. An die 50 Busse standen am Parkplatz, alle wollten Windsor-Castle besichtigen. Halb Eins, alle pünktlich am Bus, fuhren wir ab nach Heathrow. Terminal 5 wurde als erstes angefahren, wir sind dort die einzigen Gäste, die ausstiegen. Kurz noch verabschiedet von der Gruppe und allen eine gute Reise gewünscht, Koffer genommen und rein in den Flughafen.

Dort allerdings wurden wir ausgebremst, wir sind zu früh, um einzuchecken. Ungewöhnlich, aber dennoch fügten wir uns. Punkt 14:20 Uhr wurde uns nun die Sektion angezeigt, wo wir einchecken konnten. Das war allerdings auch gleich vorbei, Dank der Vorarbeit am Vortag. Durch die Sicherheitskontrolle, die zweite schon an diesem Tag, wieder warten auf die Anzeige des richtigen Gates. Etwa eine dreiviertel Stunde vor dem Abflug wurde dies angezeigt. Boarding schon um 17:00 Uhr, geplanter Start 17:15 Uhr, dieser Zeitplan konnte nicht eingehalten werden, da wir noch keine Startfreigabe erhielten. Eine Stunde später erst, hoben wir ab, und flogen zurück nach München. Nur noch mit 15 Minuten Verspätung landeten wir dort. Mit einer nächtlichen Fahrt in die Heimat hat auch diese Reise ihr Ende gefunden.

 

Fazit:

Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten, fanden wir uns ganz gut zurecht. Nur eine Woche ist für alles zu entdecken einfach zu kurz.

Der Captain nannte es treffend, entscheidend ist nicht, wie gross ein Schiff ist, sondern wie viele Möglichkeiten es zur Unterhaltung bietet, dies ist in Zukunft wichtig.

Das Essen, obwohl es stark britisch angehaucht war, schmeckte hervorragend. Lachs in noch nie da gewesener Spitzenqualität. Es wird jetzt viel Wert gelegt, dass es auch Alternativen gibt. Gluten freie Speisen in sehr grosser Auswahl, auch zuckerfreies ist genügend zu finden. Auch bei den Getränken.

Am Ende fällt mir nur die Liedzeile ein "…schmeiss die Sorgen über Bord…" vom Dschungelbuch.  Zuerst sind wir dem Koffer Chaos in Heathrow entgangen, und zuletzt noch vor dem Anschlag in London heimgeflogen. Von all dem haben wir erst hinterher erfahren.