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Simbacher Heimatforscher stieß auf einen neuen Schatz  

Artikel im Wochenblatt vom Montag 05.Oktober 2011  

von Walter Geiring. Vielen Dank dafür!

 

Für Gerhard S. aus Simbach ist die Spurensuche in der Geschichte seiner Heimat längst zum großen Hobby geworden. Viel Zeit verbringt er deshalb auch im Internet und sucht alles, was mit seiner Heimatstadt in Verbindung gebracht wird. „Oft gebe ich einfach nur den Namen Simbach ein und warte ab, welche Einträge kommen“, erläutert er seine Vorgehensweise. Auf einem dieser Internetstreifzüge kam er auf die detaillierte Beschreibung der Chaussee von Simbach. Dabei handelte es sich um einen Reiseatlas in fünf Bänden von Adrian von Riedl aus dem Jahr 1805.

 

Altdeutsche Schrift war sehr mühselig

Riedl war „Churfürstlicher Oberst des Generalstabs“ und befasste sich mit der geographisch-geometrischen Darstellung aller bayerischen Haupt- und Landstraßen mit den angrenzenden Ortschaften. Im fünften Band entdeckte S. nun die genauen Darstellungen von Simbach.„Anfangs war es mühselig die Altdeutsche Schrift richtig zu lesen, nach einiger Zeit hatte man sich aber an die alte Schreibweise gewöhnt“, erklärte der 45-Jährige.

Doch nun begann erst die Arbeit. Mehrere Wochen war er damit beschäftigt, die Reisebeschreibungen in die neue Schriftform zu bringen. Dabei stieß er immer wieder auf interessante Details.So gab es 1805 in Simbach 53 Häuser. Namentlich erwähnt werden die beiden Ortsteile Ober- und Unter- Simbach sowie das Gasthaus Moos. Bescheidener geht es noch in Erlach zu. Hier gab es nur elf Häuser, allerdings befand sich eine Pfarrkirche in dem Ort. Beschrieben wird auch die „Schlacht um Simbach“ vor 62 Jahren am 9. Mai 1743 zwischen Bayern und Österreich.

   

 

Straße verlief ungefähr so wie die B12 heute

Riedl hatte für seine detaillierten Aufzeichnungen viel Zeit aufgewendet. Zu jeder angrenzenden Ortschaft an der Chaussee, die heute der alten Bundesstraße 12 ähnlich sein dürfte, finden sich genaueste Darstellungen und geschichtliche  Informationen dazu. So ist es nicht verwunderlich, dass Mühlau und vor allem die Ortschaft Ering einen breiten Raum in den Ausführungen einnimmt.

18 Mühlen müssen es einmal gewesen sein, die in und um Mühlau  standen. Als Hauptort und von wirtschaftlicher Bedeutung wird Ering  in dem Artikel beschrieben. Der Ort zählte damals bereits 600 Einwohner und hatte 91 Häuser, darunter Bräustätten,  viele Handwerker  und eine florierende Wirtschaft. Dafür sorgten Wirte, Bäcker, Metzger, Kramer, Mühler  und Schmiede.

Sogar ein Spital für Kranke und Arme befand sich am Platz. Eine Lokal-Schulkommission sorgte für den Unterricht der Jugend.

 

 

S. hat schon die Ortschronik übertragen

Explizit aufgeführt wurden auch die Ortsentfernungen von München nach Passau. Für die Wegstrecke  München – Simbach wurden 1805 noch 35 Stunden veranschlagt und die Entfernung in „Bayerische Schuh“  gemessen. 

Diese  Längeneinheit entspricht 29,2 Zentimeter. Insgesamt zwölf Posten befanden sich auf der Strecke.„Für mich war es toll die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen“, resümierte der Hobbychronist, der unter Mithilfe seiner Tochter, die in Passau  Historische Kulturwissenschaft studiert, das Werk analysierte.

Bereits vor vier Jahren konnte er beim Übersetzen alter Schriften  Erfahrungen sammeln.  Die erste Simbacher Ortschronik von Jakob Groß aus dem Jahre 1864 wurde komplett in die heutigen Schriftzeichen übertragen. Auf der Homepage der Stadt unter dem Link „Archiv“ kann sie eingesehen werden. Ob die Stadt nun auch an den alten Beschreibungen von Riedl über Simbach Interesse hat,  weiß S. noch nicht, allerdings würde der leidenschaftliche Heimatforscher auch dieses Werk gerne zur Verfügung stellen.

 

 

„Chausee-Forscher“ Gerhard S. am Computer, den er für Recherchen benötigt.

 

 

Ansichtskarte aus dieser Zeit

 

 

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ein Auszug von

 

Deutschland und seine Bewohner

von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann 

 

 

 

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